Dienstag, Dezember 22, 2009

Die Klimaaktivisten und wir anderen

Robert Tracinski zitiert ausführlich den britischen Umweltaktivisten George Monbiot (Original, deutsche Übersetzung), obwohl dieser auf der falschen Seite im "Kampf um das Klima" steht, aber dies in einer enthüllenden Offenheit, wenn Monbiot (Tracinski schreibt, dass Monbiot die Art von Nachnamen trägt, die Ayn Rand gerne ihren literarischen Schurken gegeben hat: Ellsworth Toohey, Wesley Mouch, Claude Slagenhop, George Monbiot) von einer "Schlacht zwischen zwei Weltsichten" spricht:

Das ist der Moment, in dem wir innehalten und auf uns selbst schauen sollten. Hier ...befindet die Menschheit darüber, was heute ist und was werden wird. Das Treffen in Kopenhagen konfrontiert uns mit unserer Urtragödie. Wir sind die am weitesten entwickelten Affen und verfügen über den Einfallsreichtum und die Aggressivität, die es uns ermöglichten, Beutetiere zu erlegen, die viel größer als wir selbst waren, neue Landstriche zu erobern und mit unserem Gebrüll unsere natürlichen Beschränkungen zu überwinden.

Jetzt sind wir durch die Konsequenzen unseres Verhaltens neuen Beschränkungen unterworfen und leben ziemlich kleinlaut auf diesem überfüllten Planeten, aus Angst, wir könnten andere provozieren oder ihnen in die Quere kommen. Mit unseren Löwenherzen müssen wir das Leben von Büroangestellten führen.

Die Prämisse des Klimagipfels muss die Erkenntnis sein, dass die Ära der Heldentaten vorbei ist. Die Zeit der Bescheidenheit ist gekommen. Wir können nicht länger ohne Einschränkungen leben. (...)

Das ist eine Konferenz über chemische Vorgänge, über die Treibhausgase, die unsere Atmosphäre zerstören. Es ist aber auch eine Schlacht zwischen zwei Weltsichten. Die zornigen Männer, die jede Vereinbarung zu verhindern versuchen, weil sie ihrer Selbstverwirklichung Grenzen setzen könnte, haben das besser verstanden, als wir anderen. (...)

Heroismus ist hier fehl am Platz, Leidenschaften und Machtansprüche werden durch die Bedürfnisse anderer Menschen begrenzt. So sollte es auch sein, auch wenn jede unserer Nervenzellen dagegen revoltiert.

Sonntag, Dezember 13, 2009

Obama über den "gerechten Krieg"

Präsident Obamas Rede zur Verleihung des Friedensnobelpreises, den Elan Journo ("Winning the Unwinnable War") vom Ayn Rand Institute als "lächerlichen, entwerteten Preis" bezeichnet, hat auch auf der rechten Seiten des politischen Spektrums in Amerika Zustimmung ausgelöst. Der neokonservative Intellektuelle Robert Kagan äußerte sich überschwänglich ("Wow, was für eine Veränderung des Akzents."), ebenso wie Sarah Palin und Newt Gingrich. Dabei durchzieht Obamas Rede ein reumütiger Unterton, der bedauert, dass er als Oberkommandierer der amerikanischer Streitkräfte leider manchmal gezwungen sein könnte, auf Gewalt zu setzen, wo er doch eigentlich lieber auf die Theorien von Gandhi setzen würde. Über diesen Unterton des Bedauern legt Obama sein Bekenntnis zur Theorie des "gerechten Krieges", und genau diese Theorie ist es auch, die die konservativen Denker und Politiker anspricht. Diese weit verbreitete Theorie geht davon aus, dass Krieg nur dann gerechtfertigt ist, wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen, wie zum Beispiel die Schonung von Zivilisten und Proportionalität beim Ausmaß der Gewalt. In Obamas Worten:

Wo Gewalt notwendig ist, haben wir ein strategisches Interesse, uns auf bestimmte Verhaltensregeln zu verpflichten. Und auch wenn wir einem bösartigen Gegner gegenüberstehen, der sich an keine Regeln hält, müssen die USA, so glaube ich, auch weiterhin ein Hüter dieser Regeln bleiben. Das ist es, was uns von jenen unterscheidet, die wir bekämpfen. Das ist die Quelle unserer Stärke. Darum habe ich Folter verboten. Darum habe ich die Schließung des Gefangenenlagers in Guantánamo auf Kuba verfügt. Und darum habe ich Amerikas Entschlossenheit bekräftigt, die Genfer Konventionen einzuhalten. Wir verlieren uns selbst, wenn wir die Prinzipien preisgeben, für die wir kämpfen. Und wir ehren diese Prinzipien, indem wir sie nicht nur dann aufrechterhalten, wenn es uns leicht fällt, sondern auch wenn es schwer ist.


Elan Journo hält diesen Ansatz für destruktiv für die Interessen Amerikas:
"Natürlich sollte die Führung eines Krieges durch moralische Prinzipien bestimmt werden. Das Problem ist, dass die dominanten moralischen Prinzipien unserer Kultur, wiedergespiegelt in der Theorie des "gerechten Krieges", die Selbstverteidigung der Opfer zersetzen und zum Nutzen der Agressoren funktionieren."

Freitag, Dezember 11, 2009

Winterausgabe des "Objective Standard" erschienen

Gerade erschienen ist die Winterausgabe der Zeitschrift The Objective Standard. Frei verfügbar im Internet ist die Besprechung des Buches Goddess of the Market von Jennifer Burns durch Robert Mayhew. Vor seinen Aufsatz setzt Robert Mayhew ein Zitat von Oscar Wilde:

Jeder große Mann hat heutzutage seine Jünger, und immer ist es Judas, der die Biographie schreibt. (...)Früher verherrlichten wir unsere Helden. Die moderne Manier ist es, sie herabzuwürdigen.


Im Fall von Ayn Rand kamen die ersten Biographien von Mr. und Mrs. Judas - den Brandens.

Donnerstag, Dezember 10, 2009

Nobelpreis für Herta Müller

Wenden wir uns einem Nobelpreisträger zu, der auf seinem Gebiet wirklich etwas geleistet hat: Herta Müller, die heute den Nobelpreis für Literatur bekommen hat. "Ihr Werk ist ein einziger Aufschrei gegen die Verbrechen totalitärer Staaten - vor allem kommunistischer", berichtet das Magazin Focus über das Werk der Künstlerin. Aber mir fällt noch ein anderes Zitat in dem Artikel auf, das beschreibt, wie die in Rumänien geborene Deutsche mit dem Druck des kommunistischen Geheimdienstes Securitate umging:

Sie hat daran gedacht, sich umzubringen, dem Albtraum ein Ende zu machen, aber "wenn der Suizid eine Genugtuung des Geheimdienstes wäre", hat sie mal gesagt, "dann ist es dir innerlich verboten."


So schnell, so leicht wollte sich Herta Müller der Alternative "Freitod" offenbar nicht hingeben, und, vor allem -so wirkt es jedenfalls- wollte sie nicht einfach eine von ihren Emotionen Getriebene werden. Ganz offensichtlich war es eine richtige Entscheidung.

Rede von Herta Müller zur Nobelpreisverleihung

Montag, Dezember 07, 2009

Leonard Peikoff antwortet

Der Philosoph Leonard Peikoff, bekanntlich ein Schüler von Ayn Rand, beantwortet regelmäßig Fragen und veröffentlicht die Antworten als Podcasts auf seiner Website. Da mittlerweile eine erhebliche Menge an Fragen angefallen ist, ist der Index des Forums "Objectivism Online" ausgesprochen hilfreich, um sich schneller zu orientieren. Also: Wer wissen möchte, was die Lieblingsfilme von Peikoff sind, findet seine Antwort auf dem Podcast vom 18. Juli 2009.

Freitag, Dezember 04, 2009

Laissez fair!e

Auf ein neues interessantes Blog möchte ich an dieser Stelle verweisen: Laissez Fair!e von Bastian. Der Blogger möchte Beiträge verfassen zu den Themen "Ökonomie aus einer marktwirtschaftlichen Perspektive, speziell der Austrian School", und Politik, "welche bei mir immer auf der Ethik des Objektivismus aufbaut". Das sind gute Ansätze für ein gutes Blog und deshalb habe ich gleich ein Link gesetzt!

Donnerstag, Dezember 03, 2009

Das wilde Leben einer Freiheitsfanatikerin

Ganz aktuell faz.net (der Artikel wurde vermutlich auch in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung veröffentlicht): Ayn Rand: Das wilde Leben einer Freiheitsfanatikerin von Lisa Nienhaus.

Samstag, November 28, 2009

Anti-Egoismus

Die WELTWOCHE hält den Suizid von Robert Enke für eine irrationale Tat. Dies impliziert eine moralische Verurteilung, denn Rationalität ist die überragende Tugend eines Menschen und und wer sich dafür entscheidet, den Weg der Rationalität zu verlassen, begeht einen Verstoß gegen die Moralität. Der Autor der WELTWOCHE erhebt in der Tat auch den Vorwurf der Unmoralität indem er schreibt, dass Enkes Suizid der "ultimative Egotrip" gewesen sei. Nichts könnte falscher sein als diese Behauptung. Die Zerstörung des eigenen Lebens mit den daraus entstehenden Folgen für den beteiligten Lokführer, die Ehefrau, das Kind, Familie und Freunde ist der ultimative Anti-Egoismus.

Dienstag, November 24, 2009

Das Papst kontra die Vernunft

Alan Posener erhebt seine Stimme, um vor dem antiaufklärischen Papst zu warnen. Benedikts Kreuzzug: Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft heißt sein Buch ("Man ist geneigt, Halleluja zu rufen angesichts des Erscheinens dieses Buches", schreibt die Jungle World) In einem Interview macht Posener deutlich, worum es ihm mit seiner Kritik am Papst geht:

Um es klar zu sagen: ich habe nichts dagegen, wenn der Papst sagt: Homosexualität ist eine Sünde. Bitte sehr, das sollen die schwulen Katholiken, von denen es gerade in der Priesterschaft jede Menge gibt, mit ihm und ihrem Gewissen ausmachen. Das liegt auf der gleichen Linie wie das Verbot, Schweinefleisch zu essen bei Juden und Muslimen. So lange sie mir nicht verbieten, Schweinebraten und Schinken zu essen, ist es ihr Problem, wenn sie sich den Genuss entgehen lassen.

Wenn aber gesagt würde, Schweinefleisch zu essen sei eine “objektive Ordnungsstörung”, dann habe ich ein Problem. Ich habe nichts dagegen, wenn der Papst sagt, wir setzen den Glauben über die Vernunft. Bitte sehr, das sollen die mündigen Katholiken mit ihm und ihrem Gewissen ausmachen. Aber wenn er versucht, den Begriff Vernunft selbst so umzudeuten, dass er Glaube bedeutet, dann habe ich ein Problem.

(...)

In einer Zeit, die ohnehin von Wissenschaftsskepsis und Halbwissen geprägt ist, bedeutet Benedikts Abkehr von der Vernunft eine Katastrophe.


Das Deutschlandradio urteilt über Poseners Buch:

Alan Posener hat mit "Benedikts Kreuzzug" ein sehr gescheites und wichtiges Buch vorgelegt. Vielleicht die scharfsinnigste Analyse, die bislang über den derzeitigen Papst erschienen ist.

Sonntag, November 22, 2009

Ein wenig Aufklärung für "Aufklärung und Kritik"

Ich hatte an dieser Stelle auf einen Artikel in der Zeitschrift "Aufklärung und Kritik" verwiesen ("Sechs prominte amerikanische Freidenker"), der sich unter anderem auch mit Ayn Rand beschäftigt. Sascha hat dankenswerterweise einen Leserbrief dazu verfasst, der diesen Artikel in einigen Punkten richtigstellt. Saschas Fazit:

Generell ist der offenkundig voreingenommene und stellenweise schneidend ironische Tonfall des Artikels einer wissenschaftlichen Publikation nicht angemessen. Die inhaltliche Charakterisierung der Romane Rands ist aufs Abenteuerlichste verzerrt und scheint eher tendenziösen Absichten zu folgen. Quellen und aktuelle Sekundärliteratur werden so gut wie nicht berücksichtigt. Die Übersetzung des Artikels ist stilistisch schlecht und inhaltlich teilweise fehlerhaft (vgl. die Vernunftdefinition auf S. 59).

Samstag, November 21, 2009

DIE ZEIT sucht Vorbilder, und findet sie nicht

"Menschen, von denen wir lernen können, die fehlen, die wir wiederhaben wollen." DIE ZEIT präsentiert uns letzte Woche 50 Deutsche, denen sie Vorbildcharakter zuschreibt, darunter befindet sich auch die Kommunistin Rosa Luxemburg und die Schauspielerin Romy Schneider. Warum das Leben der Romy Schneider vorbildlich für uns soll, und nicht eher als Mahnung dienen sollte, zumindest ab und an den Verstand einzuschalten, bleibt unergründlich angesichts dieser Beschreibungen:

Fehler? Viele. Falsche Filme, falsche Männer, Alkohol, Tabletten, Schulden. Aber was für ein Herz!


Leonard Peikoff zitiert Rosa Luxemburg in seinem Buch The Ominous Parallels insgesamt drei Mal:

Sozialismus heißt nicht, sich in ein Parlament zusammensetzen und Gesetze beschließen, Sozialismus bedeutet für uns Niederwerfung der herrschenden Klassen mit der ganzen Brutalität (Großes Gelächter), die das Proletariat in seinem Kampfe zu entwickeln vermag. (Schlussrede von Luxemburg bei der Außerordentlichen Verbandsgeneralversammlung der USPD von Groß-Berlin, Dezember 1918)


Die politische Gleichheit der Menschen unter einer parlamentarischen Republik "ist Lug und Trug, solange noch die ökonomische Macht des Kapitals besteht," betont Luxemburg in der oben genannten Rede.


Am 20. November 1918 schreibt Luxemburg in der Roten Fahne über den Weg in den Sozialismus, und dieser Weg heißt Bürgerkrieg:

"Der Gedanke, den Sozialismus ohne Klassenkampf, durch parlamentarischen Mehrheitsbeschluß einführen zu können, ist eine lächerliche kleinbürgerliche Illusion."

Freitag, November 20, 2009

Ayn Rand in der "Süddeutschen"

Die Süddeutsche Zeitung erwähnt in einem Artikel über die politische Szene in den USA im Jahr 1 nach der Obama-Euphorie auch Ayn Rand, und wie man von diesem eher linken Blatt erwarten konnte, nicht positiv (das Zitat von Yaron Brook stammt aus dem Artikel "Is Rand Relevant" vom 14. März 2009 im Wallstreet Journal):

Außer ihrer Ablehnung des neuen diplomatischen Kurses in der Außenpolitik haben sie nichts zu bieten als ihre Fundamentalopposition gegen Staat und Steuern. Dieses ideologische Besteck genügt, um jedes Projekt, von der Gesundheitsreform bis zum Klimaabkommen, zu zerreißen.

Eine der Vordenkerinnen der neuen Rechten ist die Schriftstellerin Ayn Rand. Ihr Hauptwerk "Atlas Shrugged", ein Lobgesang auf Kapitalismus, Individualismus und "Selfishness", ist eine der Bibeln der Bewegung. "Kein Wunder", schreibt Yaron Brook, der Direktor des Ayn-Rand-Instituts, im Wall Street Journal: "Rand erzählt, wie die US-Wirtschaft unter staatlicher Regulierung zugrunde geht. Doch Washington, das die Gier und den freien Markt verantwortlich macht, reagiert mit mehr staatlicher Kontrolle, die die Krise nur verschärft. Klingt bekannt, oder?" Rands atheistische Ego-Philosophie kollidiert mit dem ideologisch-religiösen Überbau der Bush-Republikaner.

Donnerstag, November 19, 2009

Das Vorbild, das kein Vorbild war

Der deutsche Fussballtorwart Robert Enke hat einen schrecklichen Freitod gewählt, um sich von seiner Depression zu befreien. Dies kann man sicherlich bedauern oder sogar betrauern, wenn man ein persönliches Verhältnis zu dem Verstorbenen hatte, nur gibt es bei aller Betroffenheit keinen Grund zu einer posthumen Heldenverehrung. Denn, wie die WELTWOCHE schreibt: "Der Kult um Enke ist offensichtlich so irrational wie seine Tat."

Donnerstag, November 12, 2009

Worauf (nicht nur) beim Investieren wirklich ankommt

Warren Buffett wußte (und weiß) schon, worauf es bei Investmententscheidungen wirklich ankommt:

Investieren ist kein Spiel, in dem derjenige mit einem Intelligenzquotienten von 160 diejenigen mit einem IQ von 130 schlägt. Vernunft ist wesentlich."

Dienstag, November 10, 2009

Steve Forbes verteidigt den Kapitalismus

Wie die gestrige Meldung zeigt, benötigt der Kapitalismus dringend Verteidiger, vor allem solche, die eine moralische Verteidigung vorbringen. Dies könnte dem Medienunternehmer Steve Forbes mit seinem neuen Buch How Capitalism Will Save Us gelungen sein, denn immerhin kommt Forbes schon in Kapitel 1 zu der entscheidenden Frage: "Is Capitalism Moral?". In diesem Kapitel erläutert Forbes auch den Unterschied zwischen "Gier" und "Eigeninteresse": "Die Menschen auf einem freien Markt werden durch Eigeninteresse mobilisiert, nicht durch Gier." (S. 13) Und Forbes nennt uns auch sofort ein Beispiel, dass veranschaulichen soll, was es bedeutet, in seinem Eigeninteresse zu handeln: Es ist die Entwicklung des i-port®, der von der Patton Medical Devices hergestellt wird und der entwickelt wurde von Catherine "KK" Patton, die selbst an Diabetes leidet. In einer Pressemitteilung heißt es zu diesem Gerät: "Das Gerät wurde von Amerikanerin entworfen, die selbst an Diabetes leidet. Es bringt viele Vorteile und verringert mehrfach die Belastung gegenüber der traditionellen Therapie, bei der täglich mehrere Insulininjektionen nötigt sind. Der i-port® wird nur ein Mal alle drei Tage angebracht, was sowohl den Komfort des Patienten verbessert, als auch die Behandlungseffektivität." Ihr Eigeninteresse -sowohl ihr finanzielles wie auch ihr gesundheitliches" - motivierte Frau Patton dieses neuartige Gerät zu entwickeln. An vier Stellen im Buch verweist Forbes auch auf Ayn Rand. Leider nennt er sie fälschlicherweise eine "verstorbene libertäre Denkerin". (S. 2)

Montag, November 09, 2009

Das Ende der Mauer ...

Thomas Schmid in DER WELT über den Fall (Bill Bennett bemerkt korrekt: "Die Mauer fiel nicht, sie wurde gestoßen.") der Berliner Mauer:

Auch wenn es, gewiss, gelingendes Leben in den Staaten des Mangels gab, schließlich ist der Mensch ein Wesen von ungeheurer Kraft: Die Lebensverhinderung war der Alltag in den Reichen des Ostens. Mitten in Europa herrschte, bis zum Wendejahr 1989, ein vormodernes Regime der Gewalt. Dass es ohne großes Blutvergießen dahinsank, kommt einem Wunder gleich. Auch dafür könnten wir doch dankbar sein.


Die kommunistischen Regime, von denen Schmid spricht, waren nicht nur Regime der Lebensverhinderung, sondern oft genug auch Regime, die Leben brutal auslöschten. Erst vor kurzem wurde in Berlin die erste Straße nach einem Maueropfer benannt: Lutz Schmidt, im Alter von 24 Jahren am 12. Februar 1987 beim Fluchtversuch von DDR-Grenzern erschossen. Auf der anderen Seite gibt es immer noch Straßen in Berlin die nach kommunistischen Ikonen benannt sind: Rosa-Luxemburg-Str., Rosa-Luxemburg-Platz, Karl-Liebknecht-Str., Karl-Marx-Allee, Friedrich-Engels-Str. (2). Aber es ist nicht nur Berlin: Auch Hamburg hat einen "Ernst-Thälmann-Platz". Neben dieser düsteren Symbolik abstoßender Straßennamen fällt heute, an diesem 20. Jahrestag des Falles des Berliner Mauer, dieser "atemberaubenden moralischen Obszönität", eine Meldung auf, die deutlich macht, wie sehr wir auf der Hut sein müssen vor neuen Mauern und Regimen der Lebensverhinderung und Lebensvernichtung, weil die Philosophie, die sie möglich und notwendig machte, noch so lebendig ist (DIE WELT):

20 Jahre nach dem Mauerfall und dem Niedergang des Kommunismus herrscht weltweit große Unzufriedenheit mit dem kapitalistischen Wirtschaftssystem. Jeder fünfte Befragte einer von der BBC in Auftrag gegebenen Studie spricht sich für eine vollkommen neue Wirtschaftsordnung aus.


Siehe: Wide Dissatisfaction with Capitalism (Full Report)

Dienstag, November 03, 2009

Die FDP zwischen "Solidarität" und Markt

Philipp Rösler von den Liberalen heißt der neue Gesundheitsminister in Deutschland, und als jüngstes Mitglied und als Deutscher mit "Immigrationshintergrund" hat er eine gewisse mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Für die Frankfurter Allgemeine Zeitung ist Rösler sogar "das große Versprechen der FDP" und in seinem Geburtsland Vietnam stieg der neue Gesundheitsminister sogar zur Berühmtheit auf. Wenig bekannt dürfte allerdings sein, dass Rösler Mitglied der Vollversammlung des Zentralrats der Deutschen Katholiken ist (Die Vollversammlung gibt die Richtlinien für die Arbeit des Zentralkomitees vor und führt die wichtigsten Wahlen durch.) Recht zufrieden sein dürfte Rösler mit der Stellungnahme des ZdK zum Koalitionsvertrag, die nur verhalten Kritik an den Absichtserklärungen der neuen Regierung übt. Dass Rösler im ZdK nicht ganz falsch am Platz sein dürfte, macht folgende Meldung deutlich:

Als Mann mit sozialem Gewissen gibt sich auch der gebürtige Vietnamese Rösler gerne. Er scheut sich nicht, das Wort Solidarität in den Mund zu nehmen. Natürlich gehöre es zum Wertekanon der Liberalen, "dass der Starke dem Schwachen hilft", erklärte er schon frühzeitig.


Über diese These von Rösler könnte er trefflich mit seinem Parteifreund Martin Lindner diskutieren, der sich in einer Talkshow deutlich anders äußerte:

Die Starken im Lande dürfen nicht dafür bestraft werden, dass sie stark sind. Leistung müsse sich wieder lohnen.

Mittwoch, Oktober 28, 2009

Prinzipien einer freien Gesellschaft

Das Ayn Rand Institute hat eine neue Website ins Netz gestellt, die interessierten Lesern einen Überblick über Ayn Rands politische Theorie vermitteln soll. "Eine freie Gesellschaft erfordert einen begrenzten Staat, der objektive Gesetze beschließt und durchsetzt, die auschließlich dem Zweck dienen, die Individualrechte zu schützen", heißt es dort. Konkret bedeutet dies die Trennung von Kirche und Staat, Wissenschaft und Staat, Erziehung und Staat, und Ökonomie und Staat. Auf der Website kann man durch die Veröffentlichung seines Namens die Prinzipien einer freien Gesellschaft ("Declare Your Support") unterstützen. Zu den Untersützern zählen prominente Objektivisten wie Yaron Brook, Lin Zinser und Peter Cresswell aus Neuseeland, aber auch weniger prominente Namen sind verzeichnet, und bisher auch zwei Untersützer aus Deutschland. Und warum gibt es so wenige Amerikaner, die das Konzept eines begrenzten Staates unterstützen? Michael Dahlen gibt uns in der jüngsten Ausgabe von The Objective Standard darauf eine Antwort: "Die dominante Moralität heute in Amerika ist nicht vereinbar mit einem derartig begrenztem Staat." Diese Moralität nennen wir Altruismus.

Dienstag, Oktober 27, 2009

Ayn Rand in "Aufklärung und Kritik"

Die Zeitschrift Aufklärung und Kritik widmet sich in ihrer Ausgabe 32 (Oktober 2009) in dem Artikel "Sechs prominente amerikanische Freidenker" vom James Farmelant und Mark Lindley unter anderem auch Ayn Rand (ab S. 13), der leider auch nicht auf haarsträubende Unrichtigkeiten verzichtet ("Um sie bildete sich ein Zirkel von ergebenen und unkritischen Jüngern, einschließlich des (1950) 28-jährigen Abbrechers eins Ökonomiestudienganges der Columbia University, Alan Greenspan, der spätere Hauptvertreter und Umsetzer ihrer Ideologie als Vorsitzender der Amerikanischen Notenbank von 1987-2006). Der Artikel beginnt folgendermaßen:

Ayn Rand (1905-1982) war das älteste Kind in einer agnostischen jüdischen Familie
in St. Petersburg, Russland. Dort besaß und betrieb ihr Vater eine Apotheke, die infolge der Revolution 1917 konfisziert wurde. Als Jüngste fand sie große Freude beim Lesen von Novellen der Romantik (sie las Autoren wie Victor Hugo und Walter Scott); als Jugendliche wurde sie Atheistin, studierte Geschichte und verwandte
Themen (einschließlich etwas Philosophie)an der Universität von Petrograd, sie las Schiller, Rostand, Dostojewski und Nietzsche, dessen Vorstellung (dargelegt in Also sprach Zarathustra) eines idealen, individuellen „Übermenschen“ sie tief bewunderte.


Wer die deutsche Übersetzung mit dem amerikanischen Original vergleicht, bemerkt allerdings auch eine fehlerhafte Übersetzung. Das Original lautet:

"Reason" -- the faculty which identifies and integrates the material provided by man's senses -- is his only means of perceiving reality, his only source of knowledge, his only guide to action and his basic means of survival; ...


In der Übersetzung wird daraus dann:

„Vernunft“ – das Vermögen, welches das von den Sinnen präsentierte Material identifiziert und integriert – ist nur ein Mittel der Wahrnehmung von Realität, unsere einzige Quelle des Wissens, unsere einzige Anleitung für unser Handeln und unser grundlegendes Mittel des Überlebens; (...)


Natürlich müßte es heißen, dass die Vernunft unser "einziges Mittel der Wahrnehmung der Realität" ist.

Freitag, Oktober 23, 2009

Den "ungewinnbaren Krieg" doch noch gewinnen

Elan Journo hat ein Buch über den "ungewinnbaren Krieg" herausgegeben, und er und seine Mitautoren beschreiben dort, wie der Westen diesen Krieg zum "no-win war" gemacht hat, und was getan werden muß, um diesen Zustand zu ändern. Die Einführung zu dem Buch "Winning The Unwinnable War" gibt es auf einer speziellen Website im Internet. Vier Kapitel des Buches sind auch bereits vorab in der Zeitschrift The Objective Standard erschienen und zwei davon können auch vollständig im Internet nachgelesen werden: "Just War Theory" vs. American Self-Defense und The "Forward Strategy" for Failure. Die genannte Website enthält auch Links zu aktuellen Beiträgen von Elan Journo. Ganz aktuell äußert sich Journo zum Goldstone Report, dessen Annahme durch den UNO-Menschenrechtsrat in Israel "erwartungsgemäss Entrüstung und Frustration hervorgerufen" hat, wie die NZZ schreibt. Journo wie auch die NZZ zitieren die Aussagen von Oberst Richard Kemp vor dem Menschenrechtsrat in Genf:

Der britische Offizier hatte in Genf bezeugt, dass die israelische Armee beispiellose Anstrengungen unternommen habe, um die Zivilbevölkerung im Gazastreifen vor Kollateralschäden zu bewahren. Mit Lieferungen von Hilfsgütern an den Feind und Warnungen der Zivilbevölkerung vor Angriffen habe sie mehr getan als jede andere Armee in der Geschichte der Kriegsführung, sagte der Oberst wörtlich.

Mittwoch, Oktober 21, 2009

Warren Buffett: Die Geschichte eines amerikanischen Kapitalisten


Bleiben wir beim Thema "amerikanischer Traum", denn die Person, um die es an dieser Stelle geht, hat ihn sicherlich gelebt: Warren Buffett. Der mittlerweile 79jährige Amerikaner gehört zu den reichsten Menschen der Welt und Alice Schroeder hat ihm jetzt eine Biographie gewidmet, die auch auf Deutsch vorliegt: Warren Buffett - Das Leben ist wie ein Schneeball. Daniel Wahl hat für die Zeitschrift The Objective Standard dieses Buch besprochen (nur Auszüge frei im Internet). Wahl schreibt dem Buch von Schroeder durchaus Wert zu, wenn er auch zu der Auffassung kommt, dass es Mängel gibt. Ein Mangel besteht seiner Meinung nach darin, dass sich die Autorin in Nebensächlichkeiten verheddert -was das Buch enorm aufbläht- und vor allem kritisiert er, dass Buffetts Motivation falsch dargestellt wurde, die nicht einfach daraus bestand und besteht riesige Mengen von Geld anzuhäufen. Wahl schlägt vor, vor der Lektüre von Alice Schroeders Buch (oder alternativ dazu) auf eine andere Biographie zurückzugreifen: Buffett- Die Geschichte es amerikanischen Kapitalisten von Roger Lowenstein.

Montag, Oktober 19, 2009

Ich, 25 $, und der amerikanische Traum

Funktioniert der amerikanische Traum -vom Tellerwäscher zum Millionär- eigentlich heute noch? Ein junger Amerikaner hat ein interessantes Experiment durchgeführt: Er hat sich selbst arm und obdachlos gemacht, allerdings mit dem Vorsatz, innerhalb von 12 Monaten eine Wohnung, ein Auto und 2 500 $ an Ersparnissen zu haben. Um dieses Ziel zu erreichen, hat er sich allerdings selbst verpflichtet, keine von seinen alten Kontakten zu nutzen und seinen Bildungsabschluss nicht zu erwähnen. Für den Notfall hatte er zwar eine Kreditkarte dabei, allerdings wäre das Projekt auch zu Ende gewesen, wenn er sie benutzt hätte. Hier seine Erfahrungen. Und ein Buch gibt es auch noch.

Samstag, September 26, 2009

Auf die Freaks der deutschen Politik: die Liberalen!

Die eigentlichen Freaks in diesem Festival der Durchschnittlichkeit sind die Liberalen. Sie sind die einzigen, die aus Staat und Umverteilung noch keinen Fetisch gemacht haben." Ulrich Schmid in "Der Tagesspiegel" über die morgigen Bundestagswahlen in Deutschland

Dienstag, September 08, 2009

Sie hassen Israel, weil es zu gut ist

Das FrontPageMagazine.com führte ein Interview mit George Gilder, der gerade sein Buch The Israel Test veröffentlicht hat. Gilder stellt in dem Interview heraus, dass Israel Hass auf sich zieht wegen seiner "manifesten Tugenden", die die Kräfte der Mittelmäßigkeit bloßstellen und beschämen. "Anti-Semitismus ist hauptsächlich eine virulente Form des Anti-Kapitalismus", lautet sein Urteil.

Samstag, September 05, 2009

Start Wahl-O-Mat

Gerade ist der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung an den Start gegangen und ich möchte den interessierten Lesern mein Ergebnis nicht vorenthalten:
1. FDP 2. CDU/CSU 3. Piraten 4. Republikaner 5. SPD 6. Grüne 7. Linke
Bei einer anderen Auswahl der Parteien gäbe es folgende Reihenfolge: 1. FDP 2. CDU/CSU 3. Piraten 4. RRP 5. PBC 6. BüSo 7. Familie 8. DVU Berücksichtigen sollte man bei dem Spitzenplatz der FDP allerdings, dass ich bei 22 Fragen von 38 mit den Liberalen übereinstimmte. Bei der DVU waren es noch 11 Übereinstimmungen. Wie die einzelnen Fragen von der Parteien beantwortet wurden, kann man hier nachlesen. Übrigens stimmten die Linkspartei und die NPD bei 20 Fragen überein. Nicht gerade ein Beweis dafür, dass diese beiden Parteien fundamentale Unterschiede verkörpern.

Freitag, September 04, 2009

Ayn-Rand-Poster


Wer der Welt seine Weltanschauung optisch mitteilen möchte, wird in diesem Laden im Internet fündig: Patriot Resistance.

Donnerstag, September 03, 2009

Die Wirtschaftsbücher des Jahres 2009

Der Handelsblatt-Shop bietet seine Lesern "Business Literatur auf höchstem Niveau" an: 10 Bücher, die für den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2009 nominiert wurden. Für "nur 215,10 €" kann man das komplette Buchpaket vorbestellen. Allerdings sollte man sich nicht der Illusion hingeben, dass der Shop in diesem Fall eine Rabattierung gewährt: der Preis der Bücher entspricht exakt den addierten Einzelpreisen. Ein Rabatt wäre auch nicht möglich, denn in Deutschland gilt die Buchpreisbindung, was bedeutet das Bücher überall nur zum gleichen Preis verkauft werden dürfen. Was bekommt nun der Leser, der auf dieses Angebot tatsächlich eingeht? Unter den Büchern befinden sich auch solche Werke wie "Der Crash des Kapitalismus - Warum die entfesselte Marktwirtschaft scheiterte und was jetzt zu tun ist". Nun, so entfesselt war die Marktwirtschaft nun aber doch nicht, dass sie die Buchpreisbindung hätte in Gefahr bringen können. Vielleicht sollte man sich die 215,10 € einfach sparen und auf ein Buch ohne Preisbindung zurückgreifen: Ayn Rand Answers: The Best of her Q & A, edited by Robert Mayhew. Harry Binswanger hat das Buch jetzt auch gelesen und hält es für eine "großartige Kollektion", die er bald noch einmal lesen möchte. Wer sich von der Qualität von Ayn Rands Antworten überzeugen möchte, für den hat Binswanger eine Auswahl zusammengestellt. Oder man greift sich gleich das "Business Buch des Jahrhunderts": Atlas Shrugged.

Mittwoch, September 02, 2009

Sex und Liebe: Drei Ideale

Platonische Liebe:
Enthaltsamkeit ist das Ideal

Sex ist schlecht und Liebe ist gut

Sex ist physisch und Liebe ist spirituell

Das Physische ist schlecht und das Spirituelle ist gut

Das Spirituelle und das Physische sind unterschiedlich und stehen gegeneinander

(Alles spirituell, nichts physisch)

Romantische Liebe:
Romantische Liebe/Sex ist das Ideal

Sex ist gut und Liebe ist gut

Sex ist der physische Aspekt und Liebe ist der spirituelle Aspekt des gleichen Aktes

Sowohl das Physische wie auch das Spirituelle sind gut

Das Physische und das Spirituelle sind zwei Aspekte einer Sache

(Integriere das Physische und das Spirituelle)

Promiskuität:

Sex ohne Verpflichtung ist das Ideal

Sex ist gut und Liebe eine Illusion

Sex ist physisch und Liebe ein chemischer Zustand

Das Physische ist real und das Spirituelle ist unreal oder ein Nebenprodukt

Das Spirituelle wird auf das Physische reduziert

(Alles physisch, nichts spirituell)

Quelle: Stephen Hicks (Seite 13)

Dienstag, September 01, 2009

Umfragen

Die alte Umfrage war jetzt doch zu lange im Netz und deswegen hier das Ergebnis: 140 Leser beteiligten sich und 55 % von ihnen sind Schüler oder Studenten. Danach folgen mit weitem Abstand die Selbständigen mit 16,43 %. Weitere Ergebnisse: 12,86 % sind Arbeitnehmer, 8,57 % sind Beamte, 3,57 % sind arbeitssuchend und ebenso viele sind Rentner/Pensionäre. Rechts oben gibt es jetzt die neue Umfrage, dieses Mal als "Gadget" von Blogger selbst. Thema: Eure Wahl bei der Bundestagswahl! Wer noch ein wenig Entscheidungshilfe braucht, kann vom 4. September an den sog. Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung nutzen. 24 Parteien hatten die Fragen der Redaktion beantwortet und werden somit in den Wahl-O-Mat aufgenommen. Mein Ergebnis werde ich zu gegebener Zeit hier veröffentlichen.

Donnerstag, August 27, 2009

Die Nazis und die katholische Kirche

Aus dem 2. Weltkrieg gibt es natürlich eine Menge Fotos und einige tauchen auch in Medien immer wieder auf, aber ein Foto dieser Art ist mir bis dato noch nicht untergekommen: Deutsche Soldaten feiern 1941 an der Ostfront einen katholischen Feldgottesdienst. Das Foto stammt aus dem katholischen Rheinischen Merkur.

Dienstag, August 25, 2009

Ein Gebäude, ein Film und ein Roman

Noch ein Nachtrag zum Eintrag vom 13. August: Leonard Peikoff vermutet, dass Ayn Rand auch das Chrysler Building mochte: "Ich denke, sie mochte das Chrysler Building. Es reflektierte ihren architektonischen Geschmack." Bleiben wir beim Thema Kultur: Moviepilot.de berichtet über die Verfilmung des Videospiels Bioshock:

Das Spiel um einen Gestrandeten, der im Stil des Survival Horror ein gescheitertes Unterwasser-Utopia erkunden muss, wurde neben dem detailverliebten Design vor allem für die Verhandlung moralischer Fragen im Spielverlauf gelobt. Die “objektivistische” Denkschule der Philosophin und Schriftstellerin Ayn Rand, nach der wohlverstandenes Eigeninteresse und rechtschaffener Egoismus der Antrieb einer gesunden Gesellschaft sein müssten, stand Pate für das Sozialsystem der verlassenen Unterwasserstadt Rapture.


Und eine weitere interessante Meldung aus dem Kulturbereich: Es gibt ein neues Buch von Terry Goodkind. The Laws of Nine wurde in den USA gerade veröffentlicht und dieses Mal verläßt der Erfolgsautor das Genre "Fantasy" und präsentiert uns eine Mystery-Geschichte. Eine deutsche Übersetzung dürfte bald folgen, vermute ich.





Das Chrysler Building bei posters.com

Samstag, August 15, 2009

Der große Woodstock-Schwindel

Heute, am 15. August feiert die Welt den 40. Jahrestag des größten Medienschwindels aller Zeiten." So beginnt Alan Posener seinen Artikel über angebliche "drei Tage der Liebe und des Friedens", die vor 40 Jahren in Woodstock stattgefunden haben sollen. Tatsächlich fand dieses Rockfestival gar nicht in Woodstock statt, sondern 80 Kilometer entfernt auf einer Wiese bei Bethel. Und statt Liebe und Frieden gab es eine rauschende Drogenorgie zwischen Müll und Schlamm. Wenn dies tatsächlich das Lebensgefühl einer ganzen Generation gewesen sein soll, dann wären wohl nicht nur in Amerika die Lichter ausgegangen:

Die Anreise war nur mit dem Auto möglich, und so blieben viele der Möchtegern-Blumenkinder mit ihren Autos irgendwo zwischen New York City und Bethel liegen. Umweltschutz war ein Anliegen der ursprünglichen Hippies, aber in drei Tagen verwandelten die Konzertbesucher das Farmgebiet rund um Bethel in eine Hölle aus Schlamm, Abfall und Exkrementen. Spontaneität war die große Losung der Bewegung, doch das Woodstock-Festival war so spontan, sprich schlecht organisiert, dass es an allem – außer Marihuana – fehlte, vom Essen bis zum Klo. Am Ende musste die US Army Notverpflegung und Notärzte einfliegen, und so wurde das aus Vietnam bekannte und verhasste Rotorenknattern der Armeehubschrauber gerade in dem Augenblick zum Symbol des rettenden Staatseingriffs, als Jimi Hendrix mit seiner Verfremdung des „Star Spangled Banner“ dem Musikfest den Anschein einer Protestkundgebung gegen Amerikas Verbrechen gab.(...)
Wenn es überhaupt im Schlamm von Woodstock irgendwelche musikalischen Höhepunkte gegeben hatte, so waren das die Auftritte von Janis Joplin und Jimi Hendrix gewesen. 14 Monate nach ihrem Auftritt waren beide tot, Opfer ihres exzessiven Drogenkonsums. Ihnen folgten mehrere Mitglieder der ebenfalls in Woodstock erfolgreichen Blues-Gruppe Canned Heat und der Schlagzeuger der Who, Keith Moon.

Unter der halben Million, die diesen begnadeten, aber hoch labilen Musikern lauschten, waren sicher Tausende, vielleicht Zehntausende, die in den nächsten Jahren an Heroin, Opium, Meskalin, Kokain, gepanschtem LSD und fragwürdigen Pilzen obskurer Provenienz zugrunde gingen; und noch viel mehr, deren Leben durch diese Substanzen ruiniert wurden.

Donnerstag, August 13, 2009

Zwei Wolkenkratzer


In einem Interview, das in dem Buch Objectively Speaking veröffentlicht ist, erwähnt Leonard Peikoff, dass Ayn Rand das Daily News Building -gebaut im Jahr 1929- am meisten hasste. Ganz anders bewertete sie das Empire State Building (rechts): "Ich denke, sie mochte das Empire State Building am meisten, für seinen Symbolismus und seine Struktur."

Donnerstag, August 06, 2009

Eine Bank, die Freiheit will, und keine Rettungspakete

Einen sehr lesenswerten Artikel über Ayn Rand, aber vor allem über John A. Allison, den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden von BB&T, gibt es in der New York Times. Zwar zitiert der Autor, Andrew Martin, auch den Rand-Kritiker Brian Leiter, den Craig Biddle als "subjektivistischen Philosophen" bezeichnet, aber dieser Teil nimmt nur einen geringen Umfang ein. Allison wurde zu seiner Zeit auf dem College mit den Ideen von Ayn Rand vertraut, als er ihre Aufsatzsammlung "Capitalism: An Unknown Ideal" las. 1971 trat der 1948 geborene Allison in die Dienst von BB&T und schaffte es schließlich 1989 den Job des Vorstandsvorsitzenden zu ergattern. Zu dieser Zeit verwaltete das Unternehmen Vermögenswerte in Höhe von 4,7 Mrd. $. Als er das Amt des Vorstandsvorsitzenden aufgab, war das verwaltete Vermögen auf 152 Mrd. $ angewachsen, womit das Unternehmen die 11. größte Bank Amerikas geworden war. Alle Angestellten bekommen ein 30seitiges Pamphlet ausgehändigt, das die Philosophie des Unternehmens beschreibt. Wer immer auch der Verfasser dieses Pamphlets gewesen ist, von Ayn Rand gelernt hat er sicherlich, wenn auch ihr Name nirgendwo im Text auftaucht. Zur Rolle der Emotionen heißt es zum Beispiel, dass diese wichtig seien, die entscheidene Frage sei jedoch, “wie rational unsere Emotionen sind.” Punkt 1 der “Werte” des Unternehmens ist “Realität”: “Was ist, ist. Wenn wir besser sein wollen, müssen wir innerhalb des Kontext der Realität handeln (den Fakten). Unternehmen und Personen machen oft ernsthafte Fehler dadurch, dass sie Entscheidungen treffen, die auf reinem Wunschdenken basieren, oder auf Theorien, die von der Realität abgekoppelt sind.” Zu seinen Zeiten als Vorstandsvorsitzender hat Allison zur Förderung des Objektivismus auch dadurch beigetragen, dass jeder neue leitende Angestellte ein Exemplar von Atlas Shrugged geschenkt bekommen.

Die Philosophie des Unternehmens ist tatsächlich Handlungsanleitung, wie Allison betont. Beispiele dafür sei die Weigerung des Unternehmens, sog. "negative amortization loans" Darlehen anzubieten, die dazu führen, dass die Schuld des Kunden im Laufe der Zeit noch zunimmt, da er nur einen Teil der Schuldzinsen bezahlt. Auch vergibt BB&T keine Darlehen an Investoren, die Eigentum durch Enteignungsmaßnahmen von Kommunen bekommen hätten.
Die Erfolgsformel des Unternehmens hört sich einfach an, ist aber nicht ohne Mühe: ein kompromissloses Bekenntnis zur Vernunft. Dass BB&T diese Erfolgsformel recht gut umgesetzt hat, beweist die aktuelle Finanzkrise, die das Unternehmen besser als viele Konkurrenten bewältigt hat. Sog. "Rettungsgelder" wurden dem Unternehmen von der Regierung trotzdem aufgezwungen. Das Geld wurde mit Zinsen bereits im Juni wieder zurückgezahlt und letzendlich wird BB&T für Geld, was man nicht wollte, 250 Millionen $ bezahlen müssen. Es verwundert daher nicht, wenn Allison der Regierung eine denkbar schlechte Note für ihren Umgang mit der Krise ausstellt: "Beinahe alles, was seit dem Beginn der Krise getan wurde, wird unseren langfristigen Lebensstand reduzieren." Aber immerhin muss man doch konstatieren, dass die Verkaufszahlen von "Atlas Shrugged" in dieser Zeit durch die Decke gegangen sind. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2009 lieferte der Verlag mehr Exemplare von Rands Magnus Opus aus als im gesamten Jahr 2008. Vielleicht genug, um in Zukunft um Krisen wie die Finanzkrises des Jahres 2009 als schlimmeres zu verhindern. John A. Allison ist übrigens ausgesprochen optimistisch was die Zukunft von Ayn Rands Philosophie angeht:

Ich persönlich glaube, dass der Objektivismus in 25 Jahren die dominante Philosophie in diesem Land sein wird.


Informationen: Values von BB&T, Broschüre The BB&T Philosophy Das Kapitel "Values" beginnt mit einem Zitat von Aristoteles:

Gewohnheit macht Vorzüglichkeit.
Wir sind das, was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.

Dienstag, August 04, 2009

Segen Kapitalismus



Das FrontPage Magazine berichtet über ein "kapitalistisches Manifest" in Buchform, aber es ist nicht das den Lesern dieses Blogs bekannte Werk von Andrew Bernstein, sondern Robert P. Murphys The Politically Incorrect Guide to Capitalism. Murphy widerlegt systematisch alle gängigen Mythen, die über den Kapitalismus verbreitet werden und zeigt, dass der Kapitalismus nicht die Geißel der Menschheit war und ist (sogar in der rudimentären Form, die er leider im Westen angenommen hat), sondern ein Segen, was Ayn Rand zu den Worten inspirierte (zitiert im genannten Artikel):

If capitalism had never existed, any honest humanitarian should have been struggling to invent it.

Dienstag, Juli 28, 2009

Eine "intellektuelle Biographie" über Ayn Rand

Eine längere Besprechung von Jennifer Burns Buch Goddess of the Market: Ayn Rand and the American Right findet sich auf AmericanThinker.com. Autor Richard Baehr schreibt, dass die Autorin acht Jahre an der Biographie gearbeitet habe und dass es sich um eine "intellektuelle Biographie" handeln soll. Ein Ereignis ist dem Autor dann aber doch eine besondere Erwähnung wert: Die Enteignung der Apotheke von Rands Vater, als Ayn gerade 12 Jahre alt war, durch die Bolschewisten. Dies sollte sie nie vergessen.

Dienstag, Juli 21, 2009

Ein Studium am OAC

Aus aktuellem Anlaß möchte ich die Leser dieses Blogs noch einmal auf eine Möglichkeit verweisen, wie sie ihre Kenntnisse in Sachen Philosophie und Objektivismus auf eine deutlich höhere Stufen stellen können: Ein Studium am Objectivist Academic Center. Das OAC Undergraduate Programm läuft über vier Jahre und besteht im 1. Jahr aus einer "Einführung in die Philosophie" und einer "Einführung in das Schreiben von Sachliteratur". Im 2. Jahr geht es dann über in das Studium des Objektivismus. Für eine erfolgreiche Bewerbung wird unter anderem das Bestehen eines Eintrittsexamens vorausgesetzt. Die Bewerbungsfrist läuft am 31. Juli ab. Berbewerbungsformular hier.

Freitag, Juli 17, 2009

Intellektuelle auf Abwegen

Der Schriftsteller Martin Walser liefert uns eine Variante des Vorwurfs des "Selbst schuld" am islamistischen Terrorismus:

Wir sind, wenn wir uns nirgends militärisch engagieren, kein Ziel mehr für Terrorismus.


Andreas Öhler antwortet ihm mit einem Zitat aus einem Film:

Ich empfehle Ihnen einen Kinofilm: In Ettore Scolas „Ein besonderer Tag“ (1978) sagt der von Mussolinis Geheimpolizei bedrängte Rundfunkreporter den denkwürdigen Satz: „Es kommt nicht darauf an, ob der Mieter des 3. Stocks etwas gegen den Faschismus hat. Maßgeblich ist, ob der Faschismus etwas gegen den Mieter im 3. Stock hat.“ So verhält es sich auch mit dem Terror. Sie sollten sich gelegentlich unsere eigene Geschichte ins Gedächtnis rufen.


Kommen wir zu einem richtigen Philosophen: Peter Sloterdijk. Er soll über ein universelles Wissen verfügen, kann aber auch nur mit altruistischen Platitüden glänzen, die in der Tat eine "populäre Intution" ist - was allerdings kein Beleg für ihre Richtigkeit ist:

"Ich bin davon überzeugt, dass die progressive Einkommensteuer eine der großen moralischen Errungenschaften der Moderne ausdrückt. Sie gründet in der populären Intuition, wonach die Starken mehr für das Gemeinwohl zu leisten haben als die Schwachen."


Kommen wir von einem kleinen Philosophen zu einem richtig großen Namen: Karl Popper. Auch er kann als Verteidiger der Vernunft nicht überzeugen:

Vom dem Philosophen Karl Popper stammt das Diktum, dass Theorien nie bewiesen, sondern nur verworfen werden können.

Donnerstag, Juli 16, 2009

Der Mensch greift nach den Sternen

Im Jahr 1969 wurde Ayn Rand die große Ehre zuteil, dass sie zu den geladenen Gästen anläßlich des Starts des Raumschiffs "Apollo 11" gehörte, das mit drei Astronauten in Richtung Mond abheben sollte. Neil Armstrong konnte schließlich als erster Mensch am 20. Juli seinen Fuss auf den Erdtrabanten setzen. In der September-Ausgabe ihrer Zeitschrift The Objectivist berichtete Rand später über dieses denkwürdige Ereignis. Um drei Uhr morgens am 16. Juli war Rand aufgestanden, um den Bus zum NASA Guest Center zu besteigen, der dort allerdings erst drei Stunden später angekommen sollte, wo normalerweise für ein Auto zehn Minuten ausreichend waren. Später sah sie sich den Start im Fernsehen an, aber nichts sollte dem Eindruck, den Ayn Rand am Ort des Geschehens gewonnen hatte, gleichen. "Pure Begeisterung" ergreift die Autorin, weil sie Zeugin einer "konkretisierten Abstraktion der Größe des Menschen" geworden war. Wie anders doch der Maler Pablo Picasso reagieren sollte: "Es bedeutet nichts für mich. Ich habe darüber keine Meinung, und es kümmert mich nicht."
Der Astronaut Michael Collins, der zur Crew von Apollo 11, gehört hatte, schrieb Rand in einem Brief, dass ihr Artikel wahrscheinlich der beste sei, der über die erfolgreiche Mondlandung geschrieben worden sei. Rand antwortete ihm am 2. Januar 1970, dass dies die schönste Anerkennung sei, die sie während ihrer gesamten Karriere als Autorin bekommen habe. Sie schließt ihren Brief mit der Formel "In tiefer Bewunderung". Als die Zeitschrift "The Objectivist" im September 1971 einstellt wurde, zählte sie "Apollo 11" zu ihren drei Lieblingsartikeln, die sie seit dem Beginn der Zeitschrift im Januar 1966 verfaßt hatte.

Eine deutsche Übersetzung hier:

Montag, Juli 13, 2009

Warum Unternehmer Philosophie brauchen

Die Aufsatzsammlung Why Buinessmen Need Philosophy erschien 1999 mit einer Reihe von Aufsätzen von Ayn Rand und anderen Objektivisten. Enthalten sind auch Leonard Peikoffs Why Businessmen Need Philosophy und Health Care Is Not a Right, Harry Binswangers The Dollar and the Gun und Buy American Is Unamerican, Ayn Rands An Answer for Businessmen und Edwin A. Locke Individualism - The Only Cure for Racism. Die genannten Aufsätze stehen im Internet zur freien Verfügung.

Sonntag, Juli 12, 2009

Ayn Rand für Anfänger

Ayn Rand ist eine von den allgemein bekannten Figuren, die extreme Reaktionen produzieren: Erwähne den Namen in einer zwanglosen Konversation und dein Zuhörer reagiert mit Lobhudelei oder Verdammung, aber selten mit Gleichgültigkeit." Außer natürlich, fährt Sarah Boslaught fort, wenn die involvierten Personen mit Ayn Rands Person, ihren Büchern und ihrer Philosophie gar nicht vertraut sind, was aber aufgrund der Bemühungen des Ayn Rand Institute immer seltener passiere. Für den, der mitreden wolle, aber nicht die Zeit und Mühe investieren möchte, Ayn Rands Romane zu lesen, empfiehlt die Autorin das nächste Buch von Andrew Bernstein: Ayn Rand for Beginners. Es enthält eine Kurzbiographie über Ayn Rand, eine Analyse ihrer beiden wichtigsten Romane, eine Darstellung des Objektivismus und eine Beschreibung der objektivistischen Bewegung von heute. "Informativ und unterhaltsam", lautet das Fazit von Sarah Boslaught.

Mittwoch, Juli 08, 2009

Der Papst sorgt sich um das "Gemeinwohl"

Die New York Times zitiert den Theologen Vicent J. Miller, der über die Enyzklika Caritas in Veritate (englisch, deutsch) folgendes berichtet:

Es gibt Absätze, die klingen wie Ayn Rand, neben Absätzen, die wie "Früchte des Zorns" klingen.


Nun wäre es sicherlich interessant zu erfahren, welche Absätze dieser Theologe als von Ayn Rand inspiriert ausgemacht haben will, aber auf keinen Fall ist es diese Passage (Absatz 36), die im direkten Gegensatz zum Objektivismus steht, der bekanntlich eine komplette Trennung von Staat und Ökonomie fordert:

Das Wirtschaftsleben kann nicht alle gesellschaftlichen Probleme durch die schlichte Ausbreitung des Geschäftsdenkens überwinden. Es soll auf das Erlangen des Gemeinwohls ausgerichtet werden, für das auch und vor allem die politische Gemeinschaft sorgen muß. Es darf daher nicht vergessen werden, daß die Trennung zwischen der Wirtschaftstätigkeit, der die Aufgabe der Schaffung des Reichtums zukäme, und der Politik, die sich mittels Umverteilung um die Gerechtigkeit zu kümmern habe, schwere Störungen verursacht.

Samstag, Juli 04, 2009

Perversion Wohlfahrtsstaat





DIE WELT zitiert in einem Artikel über die "Soziale Marktwirtschaft", die von Angela Merkel zum Exportartikel gemacht werden soll, den amerikanischen Ökonomen Adam Posen -heute, am 4. Juli, dem Nationalfeiertat im "Land der Freien"-, und dieser Wissenschaftler verrät durch die Wahl eines Begriffes viel von seiner spezifischen Ethik: "Wer glaubt, dass die Soziale Marktwirtschaft etwas spezifisch Deutsches ist, liegt falsch. Einzigartig ist vielmehr das Fehlen eines adäquaten Wohlfahrtsstaates in den USA; das ist eine einmalige Perversion." Wer bei dem Begriff "Perversion" an Sex mit Tieren denkt, liegt nicht so ganz falsch, wie uns das medizinische Wörterbuch "Pschyrembel" erklärt: "Perversion (lat. perversus verdreht, widersinnig, falsch): ursprünglich religiöser Begriff für Ketzerei; im 19. Jahrhundert auf "falsches" oder als schädlich angesehenes Sexualverhalten angewendet, heute noch in der Umgangssprache extrem abwertender Begriff, den die Sexualmedizin als wissenschaftlich nicht haltbar ablehnt, weil es ein natürlich vorkommendes, sozial erwünschtes "richtiges" Sexualverhalten nicht gibt; ..." Was der amerikanisches Ökonom so abwertend als "Perversion", d. h. als krank und gegen die menschliche Natur gerichtet, stellt sich für den, der einen "adäquaten" Wohlfahrtsstaat tatsächlich erleben muss, ein wenig anders dar, wie Gerd Habermann in seinem Buch "Der Wohlfahrtsstaat: Die Geschichte eines Irrwegs" darlegt: "Direkte Zwangsarbeit für andere - die Frondienste und naturalen Ablieferungen der feudalen Zeit - ist gegenwärtig (fast) unbekannt. Aber ist es etwas anderes als indirekte unentgoltene Zwangsarbeit, wenn der typische Erwerbstätige heute, wie die deutsche Steuerzahlerorganisation regelmäßig ermittelt, auf das Jahreseinkommen bezogen bis weit in den Monat Juni hinein für den anonymisierten 'Herrn', die Staatsmaschinerie, arbeiten muss und erst von da an den Ertrag der eigenen Arbeit für eigene Zwecke verwenden kann? War das Ausmaß an monetärer oder naturaler Belastung für den Vollbürger der Städte oder den freien Bauern früherer Jahrhunderte, war sie selbst im feudalen Zeitalter für die glebae adspcritpi größer? Man kann daran zweifeln." Einen Teil dessen, was dem Bürger vom Staat abgeknöpft wird, erhält er "im Gnadenwege", wie Ludwig Erhard ironisch bemerkte, zurück: "Dies ändert aber an der Natur der Sache nichts: Der Ertrag persönlicher Arbeit wird zunächst zu einem großen Teil enteignet." Und gerade das Fehlen dieser "indirekten unentgoltenen Zwangsarbeit" wird von Adam Posen als "Perversion" tituliert, und nicht ewa die Existenz derselben.

Donnerstag, Juni 25, 2009

Sitte und Anstand im Lauf der Zeit

Eine Geschichte des Anstands hat Karl-Heinz Göttert ("Zeiten und Sitten") geschrieben. Der Wechsel von Sitte und Anstand im Laufe der Jahrhunderte ist sicherlich nicht erklärbar, ohne auf die Veränderungen der vorherrschenden Philosophie einzugehen, und vielleicht tut uns der Autor diesen Gefallen. Die Kyniker jedenfalls sind ihm nicht entgangen - die irgendwie in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts zu einem Revival gekommen sind:

Deutlich wird, dass sich die Verhaltensweisen der Menschen insgesamt gesehen im Laufe der Zeiten weder gebessert noch verschlechtert haben auch wenn ihr Pendel manchmal weit ausgeschlagen ist, wie Göttert verzeichnet. Er nennt als Beispiel die Provokationen von Vertretern der altgriechischen kynischen Lebenslehre, die öffentlich onanierten und ihr Geschäft verrichteten, um zu demonstrieren, dass alles Körperliche «natürlich» sei und Scham nur ein repressiver Mechanismus.

Montag, Juni 22, 2009

Die Frau, die den Krieg liebte

1913 veröffentlichte die damals 24jährige Thea von Harbou das Buch "Der Krieg und die Frau", das später im 1. Weltkrieg exorbitant erfolgreich sein sollte. Die Verwandlung einer Pazifistin beschreibt von Harbou so:

"Wie sie auf die Straße in die Stadt hineingekommen war, das wusste Brigitte nicht. Sie fühlte nur, dass ihre ungläubige, zweifelnde Seele danach dürstete, diesem Wunder nahe zu sein - diesem unfasslichen, unsagbar schönen Wunder opferfreudiger Begeisterung."


Diesen unfassbare Irrationalismus opferbereiter Seelen erlebte die Autorin dann in der realen Welt kurze Zeit später, aber erst lange Zeit später -1952- kommen ihr Zweifel:

"Seit Tausenden von Jahren predigt man uns, dass es süß und ehrenvoll sei, fürs Vaterland zu sterben. Und jetzt? Jetzt wissen wir nicht, waren wir nun Helden? Oder Dummköpfe? Oder Verbrecher?"

Donnerstag, Juni 18, 2009

Kunst im Konjunktiv

Die WELTWOCHE zitiert den Autoren Alex Capus ("König von Olten"), der einen Bestseller geschrieben hat, und der deutlich macht, dass er kein romantischer Realist ist ("It is concerned—in the words of Aristotle—not with things as they are, but with things as they might be and ought to be."):

Capus selber sieht sich als «eine Art volkstümlicher Autor», der vor allem eines tut: Geschichten aufschreiben. «Ich will die Welt im Indikativ erzählen, so, wie sie ist oder wie ich sie sehe.»

Freitag, Juni 12, 2009

Harry Binswanger bei Glenn Beck

Ganz aktuell: Harry Binswanger vom Ayn Rand Institute ist Teil einer Diskussionsrunde bei Glenn Beck today. Thema ist Anti-Semitismus in Amerika. Binswanger verweist darauf, dass Rassismus eine Form von Kollektivismus ist. Er überrascht den Moderator mit der Aussage, dass die Rechte individualistisch sei, im Gegensatz zur kollektivistischen Linken (Binswanger spricht u. a. von James von Brunn, einem Neonazi, der im Holocaust Museum zum Mörder wurde):

BINSWANGER: It's only going to get worse, because under pressure, people should resort to their standards and principles, but they don't have any standards and principles today. Standards have been knocked down by our universities who tell us that truth is relative, there is no morality; it's all your culture or my culture.

Well, this Von Brunn's culture is a tribe of racist, anti-Jewish, anti-Negro, anti-immigrant, everything, and therefore he's a phenomenon of the left, because racism is a form of collectivism. The right wing is individualist -- believes in individual rights, freedom, the dignity of each individual life. But it's the left wing -- you know, Hitler was National Socialism, right?

BECK: How did, Harry -- how did it --

BINSWANGER: It's a leftist phenomenon.

BECK: How did it happen that this was -- that you look at people who are Nazis, and you say that those are right wing. It doesn't make any sense whatsoever.

BINSWANGER: Well, there was a deal made between the communists and the Nazis in Germany in the '30s where they each agreed to define themselves as the opposite of the other. You see the percentage in that -- you define my gang or your gang, and you rule out of court any other possibility, such as freedom without any gang rule.

BECK: Right.

BINSWANGER: So it's actually a strategy adopted in Germany in the Weimar Republic in the '30s.

BECK: We're -- we're -- America, we're surrounded by people who want to control you. You've got the government that is -- I think, just going crazy out of control. You have -- you have some crazy nutjob who wants to control what races are here, you know, how -- what our makeup looks like. You have everybody who is struggling for control, and I think you are just somebody that just wants to be left alone, quite honestly. Just wants to be -- let me just, please, let my kids go to school, be safe. Let me go to work, let me -- let me just have a normal life. But it's getting harder and harder.




Beck führte an anderer Stelle schon einmal ein Gespräch mit Binswanger:

HARRY BINSWANGER: You need a philosophical revolution. That’s why I’m in philosophy. I want to teach the principles of individual rights and egoism.


GLENN BECK: You know, I was just talking about this…how neither party is standing up for the individual and individual rights. Neither side.


HARRY BINSWANGER: You’re absolutely right.


GLENN BECK: Nobody is teaching this. That’s the biggest problem we have.


HARRY BINSWANGER: That is. Yes. Ayn Rand was a big–the biggest advocate–of individualism. That’s what made this country great. All the other countries are collectivists – the group, the royal court, the tribe. Those are the people to whom you owe your life, and you’re just the serf. But in America, you’re born free.


GLENN BECK: Yes. But not anymore -


HARRY BINSWANGER: Well, that was the idea.

Donnerstag, Juni 11, 2009

Die Sonne im Zentrum

Einen lesenswerten Roman scheint der Wissenschaftsjournalist und Zeitschriftenredakteur Thomas Bührke geschrieben zu haben: Die Sonne im Zentrum. Im Mittelpunkt des Romans steht Aristarch von Samos, Astronom in Alexandria, der im 3. Jahrhundert v. Chr. als erster behauptete, nicht die Erde, sondern die Sonne stehe im Zentrum der Welt. "Die Griechen waren dem korrekten Weltbild zum Greifen nahe," heißt es in der Verlagsmitteilung, "konnten seine Richtigkeit aber nicht beweisen - so das Fazit dieses Romans der antiken Astronomie, der auch einen Einblick in die anderen Wissenschaften der Zeit - Philosophie, Mathematik, Mechanik, Geschichte und Medizin - gibt."

Mittwoch, Juni 10, 2009

Yaron Brook erklärt den Republikanern die Individualrechte

Das Ayn Rand Center for Individual Rights präsentiert auch ein ARC-TV.com. Und auf dieser Site kann man sich ein interessantes Video ansehen, dass Yaron Brook auf der State Convention 2009 der Republikanischen Partei von Virginia zeigt. Brook erklärt den anwesenden Republikanern in freier und temperamentvoller Rede die Einzigartigkeit der Vereinigten Staaten - das Prinzip der Individualrechte. Und seine Rede wird durchaus häufig von Beifall unterbrochen...

Freitag, Juni 05, 2009

Das Gute an Bill Gates

Dan Page berichtet über eine Veranstaltung mit Yaron Brook, Präsident des Ayn Rand Institute:

"Wir betrachten Bill Gates als guten Typen. Warum? Weil er eine Menge Geld weggibt," sagt Brook. Aus einer Ayn-Rand-Perspektive ist Bill Gates ein moralischer, guter Typ, weil er Reichtum schafft. Er ist ein produktives Genie. Er strengte sich an. Er übernahm Verantwortung für sein eigenes Leben, ein Leben, in dem er etwas schuf. Er schuf Arbeitsplätze. Er schuf Wohlstand."

Samstag, Mai 30, 2009

Matthias Claudius in aller Kürze

Das schönste Lied auf dem neuen Album (Im Mondrausch) von Pe Werner gibt es gleich in zwei Versionen, die eine im Duett mit Xavier Naidoo. Es handelt sich um das Stück "Der Mond ist aufgegangen" von Johann Abraham Peter Schulz nach dem Text von Matthias Claudius. Schön von der Künstlerin ist nicht nur ihr Gesang, sondern auch die Tatsache, dass sie das Lied so früh beendet und den Hörer nicht folgendes auch noch zumutet:

4. Wir stolzen Menschenkinder
sind eitel arme Sünder
und wissen gar nicht viel;
wir spinnen Luftgespinste
und suchen viele Künste
und kommen weiter von dem Ziel.


Das Cover-Gemälde ist von Kai Bardeleben, der sich doch ein wenig Inspiration von Tamara de Lempicka (kleines Foto, rechts) geholt zu haben scheint.



Dienstag, Mai 26, 2009

Oberste Enttäuschungen

Woher kommen die Individualrechte? Wenn Sie denken: "Wenn überhaupt jemand die Antwort kennt, müßten dies Amerikas oberste Richter sein", dann liegen Sie falsch.

Bei dieser grundlegenden Frage sind die konservativen und liberalen Richter gleichermaßen in einem entscheidendem Fehler gefangen hinsichtlich von Amerikas fundamentalem Verfassungsprinzip: Individualrechte.

Der Fehler besteht darin, dass Rechte als Geschenke der Gesellschaft angesehen werden, die nach Belieben aufgehoben werden können - durch den politischen Prozess.

In Wahrheit sind die Rechte keine sozialen Geschenke, sondern politischen Prinzipien, die auf den Fakten der Realität basieren. Diese Fakten beugen sich nicht dem sogenannten Willen der Gesellschaft. Darum ist die fundamentalste Frage, die ein Richter an einem Obersten Gerichtshof beantworten müßte, die Frage, was das Recht eines Individuums auf Leben, Freiheit, Eigentum und Glück tatsächlich einschließt. Nur dann kann er festlegen, ob ein bestimmtes Gesetz oder ein staatliches Handeln diese Rechte sichert oder verletzt.

Aber Richter stellen sich diese Frage gar nicht mehr, weil sie denken, dass sie nicht objektiv zu beantworten sei.

Vollständiger Text: Thomas A. Bowden, Supreme Disappointments: Conservatives and Liberals are Both Wrong About Wrights

Montag, Mai 25, 2009

Das "Wunder" der kapitalistischen Revolution

Die kapitalistische Revolution, die an der Wende zum 19. Jahrhundert in Großbritannien initiiert wurde, brachte etwas hervor, was zu dieser Zeit, wenn auch nicht absolut konsequent, den größten Schutz der Individualrechte in der menschlichen Geschichte darstellte. Dies bedeutete, dass die legale Initiierung von Zwang durch die Regierung sich auf einem historischen Tiefpunkt befand. Das Resultat war eine Befreiung der Menschen - in einem historisch einmaligen Ausmaß-, um egoistisch zu leben - nach ihren eigenen Werten zu streben, nach ihrem eigenen Erfolg, nach ihrem eigenem Glück-, und ihr rationales Denken, praktisch ohne Restriktionen, so anzuwenden, dass dies möglich wurde.

Andrew Bernstein, Objectivism in One Lesson, S. 110

Sonntag, Mai 24, 2009

Die Regierung ist nicht schöpferisch

Die Regierung kann beschützend sein, aber nicht produktiv. Durch die Anwendung von Zwang als Vergeltung ausschließlich gegen jene, die ihn initiieren, kann sie einen sicheren Hafen für die besten Mitglieder der Menschheit schaffen - für jene, die sich dafür entscheiden, zu denken -, um dadurch ihre kreativen Fähigkeiten vor den Bestien zu beschützen. Aber die physische Beherrschung von Kriminellen und ausländischen Aggressoren durch die Regierung ist an sich nicht schöpferisch.

Andrew Bernstein, Objectivism in One Lesson, S. 113

Samstag, Mai 23, 2009

60 Jahre Bundesrepublik Deutschland

Ein Wort ändert alles:

Die Freiheit des Menschen ist unantastbar.

Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland Artikel 1 (1) Das Wort "Würde" wurde durch das Wort "Freiheit" ersetzt

Freitag, Mai 22, 2009

Sherlock Holmes, der Übermensch


Am 22. Mai 1859 wurde in Edingburgh der Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle geboren; Schöpfer eines unsterblichen Helden: Sherlock Holmes. Conan Doyle war im wirklichen Leben auch zu einem gewissen Grade ein Ebenbild seines literarischen Helden, wenn er auch -vor allem zum Ende seines Lebens- gewisse Facetten in seine Persönlichkeit zeigte, die ihn deutlich von dem rational denkenden Meisterdetektiv abhob. Man sollte es kaum glauben, aber von Conan Doyle stammt auch ein solches Werk wie: "Die Feen sind unter uns" - und dieses Buch sollte Sachliteratur darstellen. Also zurück zur Figur Sherlock Holmes:

Er hat ihr den messerscharfen Verstand eines modernen Naturwissenschaftlers aus dem Zeitalter des Positivismus verliehen, für den sich alle Probleme und Rätsel der Welt auf logische Denkaufgaben zurückführen und rational lösen lassen. Außerdem hat er sie mit der athletischen Gestalt eines Sportlers und der Sinnenschärfe eines Jägers ausgestattet, und der bohemienhaften Attitüde eines Künstlers, eines typischen Decadents aus dem Fin de Siecle, und sie dann in eine adlerhafte Einsamkeit desjenigen platziert, der dank seiner außerordentlichen Fähigkeiten dazu berufen ist, ganz allein, im heroischen Kampf, die Welt vor dem Bösen zu retten.


Literatur:

Sherlock Holmes Handbuch
Sherlock Holmes. Eine Werkausgabe in neun Bänden

Sonntag, Mai 17, 2009

Die Quelle unserer Werte

Die Saddam Husseins der Welt produzieren nichts; sie schnappen sich nur das, was andere produziert haben. Aber die Mutter Teresas der Welt produzieren gleichermaßen nichts; bestensfalls versuchen sie, die Produktiven davon zu überzeugen, sich um die Unproduktiven zu kümmern. Welches Charakteristikum oder welche Fähigkeit befähigt die Menschen tatsächlich,
die Werte zu produzieren, von denen ihr Leben abhängt? Ayn Rands Thema in Atlas Shrugged ist, dass die Vernunft diese Fähigkeit ist.

Andrew Bernstein, Objectivism in One Lesson, S. 24

Mittwoch, Mai 13, 2009

Glaube?

Die Methode der Vernunft beginnt mit der direkten Beobachtung der Natur und wird dann fortgesetzt durch die Formulierung von Fragen, die nach logischen Erklärungen für die beobachteten Fakten suchen.
Die Christen (oder allgemeiner Religiöse) vertreten die Ansicht, dass der Glaube, nicht die Vernunft, das Mittel ist, durch das der Mensch die tiefsten Wahrheiten des Lebens erkennt. Der Glaube ist die unkritische Akzeptanz von Überzeugungen, denen es nicht nur an Beweisen zu ihrer Unterstützung mangelt, sondern die ein Schlag ins Gesicht jedes rationalen Beweises sind.
Aufgrund seiner Abkehr von der Realität kann der Glaube nur zu einer Destruktion im menschlichen Leben führen. Eine Paraphrase von Jesus sagt, dass man "mit genug Glauben Berge versetzen kann." Aber tatsächlich ist sämtlicher Glaube auf der Welt nicht in der Lage, ein Körnchen Sand auf einem Berg einen Millimeter zu bewegen. Aber mit Dynamit, d. h. mit Technologie, Wissenschaft und Vernunft, kann man Berge bewegen.

Andrew Bernstein, Objectivism in One Lesson, S. 34 und 35

Dienstag, Mai 12, 2009

Achtung, Wikipedia!

Gestern berichtete ich über das große Interesse an Ayn Rand auf Wikipedia. So erfreulich dieses Interesse sicherlich ist, so sollte man bei Wikipedia allerdings eine gehörige Portion Vorsicht walten lassen, denn die Texte haben nicht immer die Qualität, die sie eigentlich haben sollten. James S. Valliant hat sich den Artikel zum Thema "Objektivismus" (mittlerweile überarbeitet und verbessert) einmal angesehen und hat dort in der Sektion "Ethik" doch zahlreiche Ungenauigkeiten aufspüren können.

Montag, Mai 11, 2009

Wikirand: Ayn Rand vs. John Maynard Keynes

In der Krise sind wir ja angeblich alle zu Keynesianern geworden, aber offenbar doch nicht alle: Die Besucher, die die Site von Wikipedia ansteuerten, waren deutlich mehr an Ayn Rand interessiert als an dem Ökonomen Keynes (Jim Woods nennt ihn den Obama-Nixon-Guru): 463 127 (Rand) zu 3 684 in den letzten 90 Tagen.

Sonntag, Mai 10, 2009

Anarchie?

Letzendlich ist Anarchie nicht eine Form der Freiheit, sondern seines Gegenteils: Etatismus. Sie ist eine kurze Übergangsperiode des Chaos bevor der Vorhang der vollständigen Diktatur fällt. Der tiefere Grund dafür ist, dass Anarchie die politische Institutionalisierung der Launenverehrung, des Emotionalismus und der persönlichen Version des Primats des Bewusstseins in der Metaphysik ist. Die Menschen des Geistes brauchen Schutz vor den Menschen der nackten Gewalt, und das Prinzip der Individualrechte gewährt es. Das Prinzip der Individualrechte schützt die Fähigkeit der Menschen des Geistes, ein rationales Leben zu führen. Die bedeutet, dass die Individuen, aus denen sich eine Gesellschaft zusammensetzt, eine Agentur formen müssen, die fähig ist, den Menschen Schutz zu gewähren. Weil die Rechte eines Menschen nur durch die Initiierung von physischem Zwang gegen ihn verletzt werden können, muss diese Agentur die Autorität und die Macht besitzen, die Initiatoren von Zwang aufzuhalten. Diese Agentur ist natürlich die Regierung.

Andrew Bernstein, Objectivism in One Lesson, S. 103, 105 und 106

Samstag, Mai 09, 2009

Kleine grüne Fussbälle mit Macken

Little Green Footballs ist ein politisches Blog, das von dem amerikanischen Webdesigner Charles Johnson geschrieben wird (Wikipedia). Vor dem 11. September definierte sich Johnson als Mitte-links, was man ihm heute nicht mehr nachsagen kann. Aber wofür steht dieses Blog, das einige für "weit rechts" halten. New Clarion analysiert dieses Blog, das die amerikanischen Republikaner zu "Moderaten" machen möchte, was auch impliziert, dass er sie vor "verrückten" ökonomischen Ideen warnt - aus seiner Sicht konsequent prokapitalistische Ideen. Im Kommentarteil möchte "Madmax" Geld darauf verwetten, dass Johnson demnächst das Ayn Rand Institute attackieren wird.

Freitag, Mai 08, 2009

Fades "Star Trek" im Kino

Einen wirklichen heißen Kinotipp für's Wochenende habe ich nicht anzubieten, eher eine Warnung: Star Trek - Die Zukunft hat begonnen scheint doch reichlich fade zu sein. Und philosophisch ziemlich auf dem Holzweg, wie uns Scott Holleran im Capitalism Magazine erläutert:

Finally, Star Trek urges us to abandon reason and act on faith, a bad message you can get from any TV preacher or member of Congress (and, with both advocating religious statism, it’s hard to tell them apart).

Dienstag, Mai 05, 2009

(Fast) alles über "Atlas Shrugged"

Ein Buch, das gerade zur rechten Zeit erscheint: Essays on Ayn Rand's Atlas Shrugged. 22 Aufsätze von ausgewiesenen Experten in Sachen Atlas Shrugged umfaßt dieser Sammelband, der von Dr. Robert Mayhew herausgegeben wird. Wie heißt es doch so schön? Ein "Must-Read". Ein Inhaltsverzeichnis gibt es hier. Kapitel 5 lautet: Working for Ayn Rand: Selections from Facets of Ayn Rand von
Mary Ann Sures. Das komplette Buch von Mary Ann Sures kann auch im Internet vollständig nachgelesen werden: hier. Der Autorin berichtet unter anderem, wie Ayn Rand am 20. März 1957 ihren Roman abschloss. Anwesend waren neben Rand selbst, Leonard Peikoff, Joan Blumenthal, Mary Ann Sures und Rands Ehemann, Frank O'Connor.

Sonntag, Mai 03, 2009

Die Natur des Guten

Etwas ist gut nur dann, wenn es objektiv das Leben eines Menschen fördert; böse, wenn es ihm schadet. Richtig und falsch werden bestimmt unter Bezugnahme auf die Fakten der Realität, nicht unter Bezugnahme auf ein göttliches Gebot, eine soziale Überzeugung oder einen individuellen Wunsch. Die Fakten der Realität oder, alternativ formuliert, die Gesetze der Natur –nicht der Wille oder die Laune irgendeines bewussten Wesens- sind der ultimative Schiedsrichter von moralischen Bewertungen. Ayn Rands ethische Theorie folgt logisch und konsequent aus ihrem Prinzip des Primats der Existenz in der Metaphysik. Existenz besitzt den Primat über Bewusstsein – in der Ethik wie auch in der Metaphysik- in praktischen Dingen wie auch in der Theorie – im Leben wie auch in der abstrakten Philosophie.

Andrew Bernstein in “”Objectivim in One Lesson, Kapitel 8: The Nature of the Good, S. 70/71

Samstag, April 25, 2009

Kulturkampf in Berlin

Eine durchaus nicht unwichtige Volksaufstimmung findet am Sonntag in Berlin statt, bei der es die Berliner FDP geschafft hat, sich auf die falsche Seite zu stellen. Focus.de berichtet:


Am Sonntag können über 2,4 Millionen Berliner entscheiden, ob
Religionsunterricht dem Pflichtfach Ethik an den Schulen der Hauptstadt
gleichgestellt werden soll. Derzeit ist Ethik für alle Schüler ab der siebten
Klasse verpflichtend, Religion kann freiwillig dazu gewählt werden. Ziel der
Bürgerinitiative ist es, die Schüler stattdessen zwischen beiden wählen zu
lassen.



Bei der genannten Bürgerinitiative handelt es sich um Pro Reli, die -neben der CDU und den großen Kirchen- auch von der FDP unterstützt wird, der man in der Vergangenheit doch zumindest einen gewissen Säkularismus nicht absprechen konnte. Ihr gegenüber steht die Initiative Pro Ethik, die u. a. von der SPD und der Linkspartei unterstützt wird. Die SPD wirbt für ihr Anliegen unter anderem mit einem Plakat, das eine amerikanische Schulklasse aus Seattle zeigt und stellt dazu fest: "Religion oder Ethik? Wir machen beides." Dummerweise gibt es allerdings an staatlichen Schulen in Amerika überhaupt keinen Religionsunterricht. Religionsunterricht –staatlich finanziert, versteht sich- gibt es an den Berliner Schulen für die Klassen 7 bis 10 auch schon bisher, nur eben als freiwillige Angelegenheit neben einem verpflichtenden Schulfach „Ethik“. Dies ist den Unterstützern von „Pro Reli“ allerdings nicht genug. Sie fordern unter der Flagge der „Wahlfreiheit“ die Möglichkeit, das Fach „Religion“ gleichberechtigt neben das Fach „Ethik“ zu stellen. Und im Fach sollen keineswegs Agnostiker oder Atheisten den Schülern etwas über verschiedene Religionen vermitteln dürfen, nein, es geht darum, dass Gläubige in ihrer jeweiligen Religion die Schüler unterweisen dürfen. Dies wird durchaus offen ausgesprochen. Als Michael Müller in einer Diskussion Bischof Wolfgang Huber darauf verweist, dass auch im Fach „Ethik“ über Religion gesprochen werden könne, antwortet ihm Huber (DIE WELT):

.Aber das Wissen, das Sie vermitteln, enthält einseitige Deutungen über das
Christentum, wie etwa, dass die Hexenverfolgungen das Paradigma bilden, an dem
man das Christentum besonders gut erklären kann. Sie werden mir abnehmen, dass
ich das nicht für akzeptabel halte.


Was „Pro Reli“ will, ist die Gleichberechtigung eines traditionellen Schulfaches wie Ethik mit religiöser Propaganda. Dies können private Schulen oder Eltern, die Heimunterricht durchführen, natürlich tun, aber der säkulare Staat darf dies nicht tun. Es dürfte noch nicht einmal freiwillig ergänzenden Unterricht ermöglichen und finanzieren. Bischof Huber erklärt die Gleichberechtigung von Ethik und Religionsunterricht flugs zu einer Frage der Religionsfreiheit, denn der Staat habe nicht die „Deutungshoheit“ über Religion. Eine solche Haltung kann man durchaus fundamentalistisch nennen, denn der Staat will keineswegs in Gottesdienste oder den Konfirmationsunterricht eingreifen, was die Kirchen in der Tat zurückweisen könnten. Huber fordert nichts anderes, als das der Staat im Zeichen der Religionsfreiheit an seinen Schulen kritische Darstellungen über Religionen unterlässt. Huber vergisst, dass es nicht nur die Religionsfreiheit gibt, sondern auch die Freiheit des Wortes, die auch vor staatlichen Schulen nicht haltmacht, und auch dann gilt, wenn Religionen kritisch beleuchtet werden. In diesem Sinne: Nein zu „Pro Reli“ und „Ja“ zur Verteidigung des säkularen Staates.

Siehe auch: Alan Posener "Religionsunterricht an staatlichen Schulen ist falsch"

Freitag, April 24, 2009

"Ist Gier gut?" Yaron Brook antwortet

Yaron Brook beantwortet Fragen auf EdNews.org. Den Börsenmakler Bernie Madoff, dem massiver Anlagebetrug vorgeworfen wird, bezeichnet er in dem Gespräch als "offensichtlichen Gauner". Er sei sich sicher, dass Ayn Rand ihn als schreckliche, bösartige Person ansehen würde, die den Rest ihres Lebens im Gefängnis verbringen sollte. Interessant, wie er die Frage nach der "Gier" beantwortet:

Die Antwort auf diese Frage hängt wirklich davon ab, was Sie mit "Gier" meinen.
Wenn Sie das Streben nach kurzfristiger Belohnung um jeden Preis
meinen, dann, denke ich, ist diese Art von Gier schlecht. (...) Wenn
Sie mit "Gier" das langfristige, rationale Streben nach Profit meinen, dann
ist es in meiner Sicht eine Tugend, kein Laster.

Donnerstag, April 23, 2009

53 % der Amerikaner für den "Kapitalismus"

Eine Telefonumfrage des Meinungsforschungsinstituts Rasmussen brachte es an den Tag: Nur 53 % der Amerikaner sind für den Kapitalismus, wogegen 20 % den Sozialismus für überlegen halten. 27 % können sich festlegen, welches System sie für besser halten. Die Trotzkisten der IV. Internationale sind durch derartige Zahlen in eine stürmische Begeisterung geraten:

Diese Ergebnisse enthüllen eine Realität, die das amerikanische Establishment fieberhaft zu verbergen versucht: In unsrer Gesellschaft existiert eine tiefgehende Abneigung gegen das bestehende Wirtschaftssystem und seine Existenzbedingungen.


Das "bestehende" System, auch in den USA, ist allerdings überhaupt nicht kapitalistisch, sondern ein Mischmasch aus Zwang und Freiheit, wovon die befragten Amerikaner vermutlich nur eine ungefähre Vorstellung haben. Auch der Begriff "Kapitalismus" könnte in den Umfrage eine gewisse Rolle gespielt haben, denn eine frühere Umfrage enthüllte eine 70-%-Zustimmung für "freie Märkte". Trotzdem muss man eine derartig hohe Zustimmung für den Sozialismus - vor allem unter jungen Amerikanern, die zu 33 % für den Sozialismus waren - als äußerst bedenklich einstufen. Institutionen wie das Ayn Rand Institute müssen also noch eine Menge Aufklärungsarbeit leisten.

Mittwoch, April 22, 2009

Die Ayn-Rand-Renaissance

Yaron Brook über die Renaissance von Ayn Rand auf Foxnews.com:

"Atlas Shrugged" legt dar, dass Ideen eine Gesellschaft formen. Eine Gesellschaft, die die Vernunft, das Individuum und die Freiheit schätzt, bringt die Vereinigten Staaten hervor. Eine Gesellschaft, die den Geist anprangert, Selbstaufopferung predigt und das Kollektiv verehrt, bringt Nazi-Deutschland hervor. "Atlas Shrugged" zeigt, wie die Ideen unserer Kultur -vor allem die Ideen über Moral- uns Schritt für Schritt von den Idealen der Gründerväter wegbewegen.